Diese Arten der Sproßverkettung sind also wesentlich älter als die Entstehung der Bäume selber und beeinflussen den Baumhabitus kaum!
Zwei ineinandergreifende Prozesse sind nun für die Gerüstbildung verantwortlich:
1. Die raumlageabhänige Konstruktion der Krone ist Ausdruck der seriellen Symetrieverhältnisse (Akrotonie), sowie des Abgangswinkels (Gleissner, S.80.)
D.h., der serielle Ablaufwinkel oder die nachträgliche Krümmung einer starken Seitenachse bewirkt ein Aufgabeln des Stammes (Gleissner, S. 15 & Beispiel an Buche S.41).
Dazu Gleissner:
"Das funktionale Programm gibt die räumliche Ausrichtung von Achsenstücken unter den vorgefundenen Raumverhältnissen (Raumlage, Ablaufwinkel, Achsentorsion, Krümmung, laterale Förderung) und die Lebenserwartung (Innovationskraft) an" (Gleissner/ Froebe, S.186).
2. Für die Erklärung der Aufzweigung kann also neben den Symmetrieverhältnissen der Zweigabsprung verantwortlich gemacht werden.
So Gleissner:
"Je weiter sich die Peripherie nach außen schiebt desto weniger Licht erhalten weiter innen liegenden Blätter, die an gehemmten Sprossen stehen.
Deren Lebensalter ist dadurch begrenzt aber artspezifisch verschieden (Robinie 2 bis 4, Buche 20 Jahre): Alle Beispiele zeigen, daß die Entscheidung, welche Achsen temporär bleiben und welche das künftige Gerüst aufbauen, frühzeitig durch die Art der seriellen Förderung, manchmal durch die Art der lateralen Förderungen (...) festgelegt ist." (Gleissner/ Froebe S.186)
Die Lebenserwartung ist positiv mit der seriellen Förderung gekoppelt, die Reiterationsfähigkeit negativ.
(Gleissner, S.12).