5.2.3. Die drei Formkategorien im Hinblick auf die Bedeutung der Sproßverkettung für den Baumhabitus
Gleissner unterscheidet für die morphologische Erfassung des ganzen Baumes drei Gestaltungsprogramme:
Er stellt das strukturbildende Organisationsprogramm dem funktionalen Raumbildungsprogramm gegenüber.
Das dritte Programm umfaßt die Prozesse des fortlaufenden Formenwandels.
(Als sekundär fast er die Ablösevorgänge sowie die seneszente Reiteration (Gleissner / Feoebe, S.185).
Diese Prozesse korrelieren nun wieder mit den Merkmalen in den drei Kategorien.)
D.h.: Der Blick auf die sich wandelnde Zuwachseinheit wird geleitet durch die Anwendung dreier Formkategorien, der selbe morphologische Sachverhalt kann betrachtet werden:
1. hinsichtlich der Organisation der Organe
2. ihrer Konstruktion im Raum, sowie
3. bezüglich ihrer Variation
Innerhalb der ersten Kategorie wird die genetisch festgelegte, strukturelle Abfolge der Organe beschrieben,
durch die zweite ihre funktionelle Anordnung im Raum,
über die dritte wird die fortlaufende Veränderung (Metamorphose) in der Struktur dargestellt
(Gleissner, S.10).
In die Definition der Architekturmodelle fließen, wie gesagt, ununterschieden Kriterien des Bauplanes sowie der Raumlage mit ein!
Die Verknüpfung der vorgefundenen Merkmale geschieht bei Gleissner nicht zum Zwecke einer morphologischen Klassifizierung, sondern zum Zwecke des exakten Vergleiches von Wachstumsstrategien über verschiedene Altersstadien und Arten hinweg!