6.3. Die Rolle der Reiteration
Wenn man an die vollkommen unterschiedliche Reiterationsneigung und Altersverzweigung von Linde und Buche denkt, inwiefern ist es gerechtfertigt sie für Schnittmaßnahmen in eine einzige Kategorie, Modell Troll, zu subsumieren?
An anderer Stelle liest man bei Pfisterer, daß die bauplanmäßige Übereinstimmung von Stamm und Astwerk beim Modell Rauh die Reiteration begünstige.
So schreibt Pfisterer:
"(...) besitzen die Seitenzweige bei Modell Rauh exakt dieselbe Architektur. Deshalb ist die Neigung, spontane Reiterate auszubilden, bei Bäumen nach diesem Modell besonders hoch" (Pfisterer, S.147).
Verwechselt er hier nicht strukturelle Identität mit Kausalität?- welches der Denkfigur der Magie entspräche!
Bäume, bei denen Hauptstamm und Äste anders verzweigt sind (wie z.b beim Modell Fagerlind) sind ebenso jeweils nach ihrer Art in der Lage Reiterationen auszubilden.
Ob also die reine Reiterationsneigung mit den Modellen verknüpft gedacht werden kann, bleibt fraglich!
Die Reiterationen werden ja lediglich als strukturelle Wiederholungen des Initialmodells mit eben diesen verknüpft!
Die Neigung zur Reiteration ist sicher genetisch fixiert und hat seine Gründe in den physiologischen und physikalischen Prozessen des Alterns oder der Regeneration bei Beschädigung, letztendlich ist sie mit den ökologisch Strategien der Bäume verbunden.
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Abschließend sei zu den Arbeiten Pfisterers festgestellt, wie schwer man es sich doch machen kann, wenn man die eigentlich so klaren und grundsätzlichen Vorstellungen der Gärtner und Förster über die Hierarchie in der Baumgestalt in vermeintlich noch klarere Konzepte zu pressen versucht, um dann durch die Wirrungen hindurch zu den tatsächlichen komplexen Verzweigungstrukturen durchdringen zu müssen.