· Des weiteren muß man sich fragen, ob dieses eine Kriterium die verschiedenen Baumformen überhaupt erklären kann!
Denn die Internodienabstände geben keine Information über das Knospenpotential oder über die Abgangswinkel und späteren Schicksale ihrer Produkte.
Die Aufzweigung wird dadurch nicht erklärt (s.o.)!
· Auch die folgende Unterscheidung wird von Pfisterer ignoriert:
Die Astquirle des Ahorns reelle, bewirkt durch die dekussierte Blattstellung, es sind tatsächlich zwei Tragblätter an einem Knoten (Bell, S. 218).
Die sogenannten Scheinquirle der Kiefer dagegen sind Ausdruck der übersteigerten Akrotonie und des Zweigabwurfs (Troll S.603).
D.h., beim Ahorn existieren keine Internodien zwischen den obersten beiden Seitensprossen, während bei der Kiefer tatsächlich ein minimales die obersten Knospen trennt (Bartels, S.41).
Aufgrund einer oberflächlichen Betrachtung werden so verschiedene Bäume, wie Ahorn und Kiefer, in eine Kategorie: "Kandelaberform, Rauh 1, Acer-Pinus subsumiert.
Was wird dadurch für die Baumpflege gewonnen?
Was meint dann folgende Darstellung, die die minimalen Internodienabstände illustrieren soll:
"Abbildung 1 von Ahorn:
" scheinbar(?) gegenständige Verzweigung eines Acer, Modell Rauh1, Kandelaberform"
Ahorn hat eine gegenständige Blattstellung.
D.h. es befinden sich zwei Tragblätter an einem Knoten.
Sie sind nicht durch ein Internodium getrennt!
Wohlwahr, es ist ein Baum mit kandelaberförmigen Wuchs in der Jugend.
Vergleicht man den obersten Jahrestrieb einer Roteiche mit dem einer Stieleiche, so fällt die unterschiedliche Zuordnung zu Rauh 1 und Rauh 2 sichtlich schwer.
Pfisterer verknüpft mit den Verhältnissen auf nodaler Ebene die Kronenform.
Es ist zu bezweifeln das die Achsenverhältnisse, durchlaufender Stamm und offen auseinander laufende Krone, oder die Astanbindung, V-Zwiesel und Zugholz ermöglichende U-Anbindung, durch die Internodienabstände allein bestimmt werden!
Nach meiner Beobachtung gibt es die Druckzwieselneigung z.B. bei der Buche ebenso wie an Ahorn, an Kiefern und Eichen habe ich sie weit aus seltener gesehen.
Mitnichten stimmen diese Verhältnisse mit Pfisterers Klassifizierung überein!
Weitaus einfacher wäre es hier, die Bäume exakt nach den morphologischen Sachverhalten zu beschreiben, ohne ihnen über die Verknüpfung dieser Aspekte Modelle überzustülpen, die weder für diese Tatsachen eine ausreichende Erklärung liefern können, noch eine sinnvolle Klassifizierung leisten!
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