6.2. Warum aus den Internodienabständen die Baumkrone nicht; abgeleitet werden kann!
Um den kandelaberförmigen Wuchs von der unregelmäßigen Verzweigung bei Bäumen des Modells Rauh zu unterscheiden, wählt Pfisterer willkürlich lediglich ein Kriterium aus, und zwar die Internodienlänge zwischen den geförderten Seitenachsen, (Pfisterer, Jahrbuch der Baumpflege 98 S.242).
Durch die von Pfisterer empfundene Notwendigkeit, ein zu weit gefaßtes Modell Rauh zu untergliedern, wird sein Mißverständnis offenbar, die Architekturmodelle für die Erklärung der Wuchsformen unserer heimischen Bäume heranziehen zu wollen!
· Bedenkt man die Definition und Funktion der Modelle, die sie durch die Autoren der Hallischen Schule haben, bemerkt man ihren bloß nominativen Charakter ("semantic plegs", H.T.O., S.76 / Bell S.296).
Es ist eben nicht so, das sie an sich seiende Tatsachender Natur beschreiben; diese sind die Elemente ihrer Definition, nämlich die einzelnen morphologischen Eigenschaften aus denen sie zusammengestellt sind.
So lassen sich aus den Modellen keine Erklärungen für adulte Baumformen herleiten.
Sie grenzen lediglich, durch ausgewählte Merkmale, die initialen Wachsumsvorgänge und Strukturen von Tropenbäumen, in einem differentialen, universellen System von 23 Kategorien gegeneinander ab!
· Insofern beruht ja Pfisterers Erweiterung des Modells Rauh schon auf einen Irrtum; denn wenn das Modell Rauh eben keinen bestimmten adulten Baumhabitus erklären kann, ist es ganz zwangsläufig, daß man sich über die Vielfalt der Kronenformen ausgewachsener, heimischer Bäume wundert, bei denen alleine die Initialstruktur nach einigen gleichen Merkmalen wachsen, welches durch den Selektionsdruck des temperaten Klimas, verglichen mit dem Tropenklima, bei einer relativ großen Gruppe von allen hier vorhandenen Arten der Fall sein kann!