Die Autoren unterscheiden deswegen die traumatische Reiteration, die den Prozeß der Regeneration bei Verwundung beschreibt, von der adaptiven Reiteration, die die adulte, ausgewachsene Tropenbaumkrone aufbaut.
So wird für den Aufbau eines tropischen Baumes bei der Verzweigung unterschieden zwischen:
1. einem initialen Komplex, der sich fortlaufend (sequentiell) entwickelt und
2. einem reiterativen Komplex, der sich hinzukommend, nachträglich von der Entstehungsachse, verzweigt.
Der initial Komplex entspricht dem Architekturmodell, wobei die fortlaufende Seitenverzweigung gleichzeitig oder erst in der nächsten Wachstumsperiode entstehen kann (Syllepsis / Prolepsis).
Dagegen sind die vom Architekturmodell räumlich wie zeitlich nicht zu erwartenden reiterativen Verzweigungen mit diesen initialen Vorgängen nicht synchronisiert.
Innerhalb eines reiterativen Komplexes findet wiederum die sequentielle Verzweigung statt (H.O.T., S.272,275).
Der ausgewachsene Regenwaldbaum besteht also im Idealfall aus dem einachsigen, monocormischen Stamm, auf dem die vielachsige, polycormische Krone sitzt. Die Krone baut sich gänzlich aus den immer kleiner werdenden Subsystemen; segmentiert in die fortlaufend minimalisierten Wiederholungen des Initialmodelles, durch die adaptive Reiteration (H.O.T. S.277).
Bei einigen Tropenbäumen zeigt sich deutlich diese Asynchronizität in den Wachstumsryhtmen der verschiedenen Subsystemen. Der eine Komplex kann blühen, während der andere gerade das Laub abwirft, wieder ein anderer Teil der Krone bekommt dabei gerade seine Blätter.
Abbildung rechts: Die Tropenbaumkrone, aufgebaut aus den immer kleiner werdenden Wiederholungen des Initialmodelles durch die adaptive Reiteration.
A. Das Initialmodell
B. Die ersten reiterativen Komplexe an einem jungen Baum
C. Der alte Baum
D. -G Verschiedene Größenebenen der Reiteration
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