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4.2. Die opportunistische Architektur und die adaptive Reiteration

 

Ein ausgewachsener Tropenbaum entspricht nur in den aller seltensten Fällen seinem Initialmodell (H.O.T., S.278)!

Der Begriff der opportunistischen Architektur beschreibt die Anpassung des Baumes nach seiner Keimung und Initialphase an die veränderlichen Umweltbedingungen, die sich schon zwangsläufig durch das Erreichen einer bestimmten Höhe und Kronenschicht im dichten tropischen Waldbestand ergeben wird. Neben diesen Veränderungen der Lichtverhältnisse allein durch das Emporheben des Blattwerkes, sind die plötzlichen Prozesse des natürlichen Umtriebes für eine Veränderung des Energieniveaus zu nennen. So kann die kleine Baumpflanze am dunklen Waldboden durch herabstürzende Bäume und Kronenstücke Teile ihrer Struktur verlieren. Sie kann sich aber auch über den erhöhten Lichtgenuß freuen, der nun durch die Lücke im Kronendach ermöglicht wird.

 

Diese Geschehnisse haben nun zur Folge, daß sich neue Triebe entfalten können, die vom Architekturmodell nicht zu erwarten wären. Neben den Meristemen, die sich mit ihren Organen als Initialmodell zeigen, können sich die, von Anfang an angelegten, schlafenden Knospen zu Proventivtrieben entfalten. Des weiteren können sich neue Bilungsgewebe differenzieren, es entfalten sich daraus die Adventivtriebe.

 

Diese Prozesse beschreib der Begriff der Reiteration.

Der Begriff de Reiteration beschreibt jedoch neben der Fähigkeit die ursprüngliche, beschädigte Struktur wiederherzustellen, einen morphogenetischen Prozeß der zusätzlichen Entstehung von Verzweigungsstrukturen!

Damit ist der Begriff weiter gefaßt als der der Regeneration (H.O.T., S.272)!

 

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