Image 01 Image 02 Image 03 Image 04 Image 05 Image 06

3.3 Symmetrielehre

Die Symmetrielehre beschreibt, wie neben den Blättern die Seitensprosse an der Hauptachse gefördert oder gehemmt werden, oder welche Raumlage sie einnehmen.

Unterschieden werden die longitudinale (serielle) Symmetrie, längsseits der Hauptachse, von der lateralen Symmetrie, quer dazu. Mann hat sich vor Troll weitaus häufiger mit den lateralen Symmetrien der Blüten beschäftigt als mit den über die Knoten gehenden Longitudinalen des Sproßaufbaus, da die letzteren nicht nur Raumlagen sondern auch entwicklungsphysiologische Kriterien umfassen (Troll S.597).

Des weiteren sind die letzteren erst in den Verzweigungen der langlebigen Pflanzen strukturbildend. Mit dem Problem des Zeitfaktors (Plastochron), sind es, wie oben schon erwähnt, die Größenverhältnisse, die den Morphologen Schwierigkeiten bereitet haben.

 

Serielle Symmetrie

Troll beschreibt nun mit den Begriffen der Symmetrielehre die grundsätzliche Baumeigenschaft der Spitzenförderung, die Akrotonie.

Der Begriff der Akrotonie besagt, daß die Seitensprosse spitzenwärts gefördert sind. Troll sieht in dieser longitudinalen Symmetrieeigenschaft die Ermöglichung des Stammwachstumes. Die Förderung der obersten Seitensprosse erstreckt sich gewöhnlich über die Triebabschnitte hinweg (übergreifende Akrotonie). Der Baumkeimling verzweigt sich im Gegensatz zu den Sträuchern in den ersten Lebensjahren überhaupt nicht. Später werden dann die untersten Äste wegen der ungünstigen Lichtverhältnisse abgeworfen (Abszession). So kann der kleine Baum das im Bestand so wichtige Höhenwachstum bewerkstelligen. Sträucher verzweigen sich mit ihren kräftigsten Neuaustrieben basiton oder mesoton. Auch ist die Hemmung der Seitensprosse am Jahrestrieb bei ihnen nicht grundsätzlich ausgeprägt, sie verzweigen sich des öfteren sylleptisch.

 

weiter