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Die genetisch festgelegten Winkelverhältnisse werden noch an die Lichtbedingungen angepaßt, wobei die Laubbäume weitaus stärker durch die Phototropie justiert werden können. Die genauen Mechanismen sind aber bis heute noch in ihrer Komplexheit teilweise unerschlossen.

 

Das Diagramm rechts zeigt den Effekt des Ringelns (R) an jungen Fichten. Die Seitenäste richten sich nach einer Vegetationsperiode auf, dargestellt an den gestrichelten Linien. (nach Münch 1938).

 

 

2. Münch hat weiterhin festgestellt, daß es eine Korrelation zwischen Längen und Dickenwachstum gibt.

Auch hier wird eine Begünstigung der Spitzenbereiche bewirkt. Wird der Auxinstrom oben durch Entknospung verringert, verdickt sich der Stamm eher unten als oben, der Baum wächst abholziger. Das Wachstum des Cambiums richtet sich dann nach den kürzesten Wegen. Die verbleibenden Blätter beliefern es ungelenkt, dem Zwang des Auxin produzierenden Knospen an der Spitze nicht ausgesetzt.

 

Das Diagramm zeigt den Effekt der Entknospung auf das Dickenwachstum von Stamm undSeitenästen bei einer jungen Strobe. Die Zahlen geben, verglichen mit einem belassenen Baum, den prozentualen Dickenzuwachs an (nach Münch 1938)

 

Zusammenfassend läßt sich also festhalten, das eine wachsende Baumspitze die mannigfaltigsten morphologischen Beeinflussungen auf die Verzweigungsstrucktur ausübt, die unter ihr liegen. Jede Sproßspitze steht in einem konkurrierendem Verhältnis zu den übrigen des verzweigten Systems. In kolonialisierten Baumkronen korreliert die Höhe eines jeweiligen Leittriebes mit dem Grad seiner Förderung; um so höher, um so stärker. Die Gärtner verwenden im Zusammenhang mit dem Obstbaumschnitt für diese Eigenschaften den Begriff der Saftwaage. 

 

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