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Apikalkontrolle:

Der Begriff der Apikaldominanz beschränkt sich nur auf diese Hemmung der Seitentriebe an einem Jahrestrieb, im zweiten Jahr ist dieser Effekt teilweise nicht mehr vorhanden, es bleiben nur die schlafenden Knospen weiterhin gehemmt.

 

Der Begriff der Apikalkontrolle bezeichnet hingegen die Förderung der Baumspitze über die Jahrestriebe hinweg. Beide Begriffe beschreiben ähnliche Eigenschaften, beziehen sich aber auf Merkmale ganz unterschiedlicher Betrachtungsebenen. Sie können sich deswegen einander ausschließen! Deswegen schränkt Brown den Begriff der apikalen Dominanz für die Anwendung auf Bäume in seiner Gültigkeit ein und stellt ihn der Apikalkontrolle gegenüber:

Apikaldominanz auf der Ebene des Jahrestriebes versus Apikalkontrolle auf der Ebene des ganzen Baumes (Brown, Zimmermann, S.130 f.f. / Shigo, S.31).

 

Denn durch das rhythmische, gebundene Wachstum der Triebe, z.B. bei den ringpoorigen Gehölzen, kann gerade der, in der Seitenverzweigung stark gehemmte Jahrestrieb (starke Apikaldominanz) im nächsten Jahr durch die oben liegenden Seitenknospen im Austrieb übergipfelt werden. Der Stamm kann sich aufgabeln, es entsteht eine offene, kolonialisierte Krone ohne dominierende Terminale (schwache Apikalkontrolle). So werden von Brown die Kronenformen mit durchlaufendem Stamm (excurrent), von den aufgegabelten, offenen unterschieden (decurrent).

Wenn also des weiteren von der Spitzenförderung gesprochen wird, so bezieht es sich auf die allgemeinen Eigenschaften der Apikalkontrolle und meint nicht die speziellen Wirkungsweisen der apikalen Dominanz.

 

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