Die Anwendung der durch Halle und Oldeman geschaffenen Architekturmodelle durch die Baumpflegepraxis ist nicht unproblematisch! Es besteht die Gefahr, aus einem Modell die gesammte Verzweigungsstruktur eines Baumes ableiten zu wollen und dabei zu übersehen, daß diese Modelle nur die Wuchseigenschaften eines jungen Baumes im Initialstadium beschreiben.
Die Modelle geben wenig Auskunft über die Gestalt, bzw. über den arttypischen Habitus eines erwachsenen Baumes! Sie beschreiben einen bestimmten zeitlichen Prozess und nicht primär eine räumliche Struktur.
Viel exakter wird die Baumkrone in ihrer Architektur mittels des Vergleiches der sich wandelnden Zuwachseinheit beschrieben. Das morphologische Klassifikationsschema der Architekturmodelle wird in der besagten Anwendung durch die Theoretiker aus der Baumpflege überstrapaziert! Das Baumwachstum ist ein zu offener Wachstumsprozess, als das man dafür feste Architekturmodelle in der Hand halten könnte!
Deswegen erfolgt am Schluss eine Kritik Pfisterers, der in seinem Buch zum Gehölzschnitt genau diesem Irrtum unterliegt.
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Literatur:
Troll, W. (1937) :
Vergleichende Morphologie der höheren Pflanzen. Bd. 1,1: Vegetationsorgane. Berlin.
Gleissner, P.; Froebe, H.A. (1994) :
Wie entwickeln Bäume ihre charakteristische Kronenform? in Alma Mater Aquensis 29 (1992 / 1993) 
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