Hier können Sie Momentaufnahmen aus unserer täglichen Arbeit sehen:
April 30, 2010 21:46:08
28.04.2010
Baumpflege in Hamburg; konfliktreicher Naturzugriff im Frühjahr
Zurzeit wird in Hamburg über die Naturschutz-Gesetzgebung viel diskutiert. Das Bundesgesetz hatte sich zum 1 März geändert. Nun will die Stadt Hamburg ihr Landesgesetz anpassen.
Eigentlich ist es sinnvoll Bäume nur in den Sommermonaten zu beschneiden, da die Wunden besser heilen. Bei den Arbeiten könnte man die Vogelbrutstören, das sollte vermieden werden! Wir können bebrütete Bäume aber erkennen und bearbeiten diese erst später.
Wir Baumpfleger lösen im Frühjahr manchmal große Emotionen in der Bevölkerung aus.
Baumpflegearbeiten (Baum-Domestizierungen) werden jetzt zu dieser Zeit oftmals unwissentlich und pauschal als "Natur-(Zer)-Störung" wahrgenommen.
Die Bäume stehen uns jetzt ja auch wiederbelebt und blühend gegenüber. Sie sind in der Stadt die nicht weg zu denkenden Symbole des Lebens und der Natur.
Manchmal findet geradezu ein Stellvertreter-Krieg statt. Es wird aus der tiefen Sorge um die globale Naturzerstörung, welche abstrakt gewusst wird, am Konkreten-Sichtbaren ein jeglicher Naturzugriff unter Verdacht gestellt. In einer rousseauschen Sentimentalität wird das Bild einer edlen unberührbaren Wildnis als Ersatz erzeugt. Darin können wir als "Natur-Domestizierer" keine gute Rolle spielen. Aber das Bild ist auch bei den Bäumen ein konstruiertes! (Und: der Gedankengang geht bei Rousseau für die Menschen auch weiter!)
Nach dem neuen Bundes- und auch nach dem noch geltenden Landesgesetz sind Baumpflegearbeiten, die der Baumgesundheit dienen, jederzeit zulässig und nicht untersagt!
…Wir arbeiten also weiter…wider den Anfeindungen...weil es gut ist... (zu den Bildern: Bäume in der lokalen und globalen Zivilisation)