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18.04.2018

Verträumte Baumveteranen im grellen Licht der Technik


Während der letzen Stürme sind im Hamburger Jenischpark viele Uralteichen geschädigt worden.

Die Bäume sind zwischen 300 und 450 Jahre alt. Sie prägen diese Hutewaldlandschaft. Die nächst jüngeren Bäume in den waldartigen Teilen des Parks sind nicht viel älter als 120 Jahre. Diese Diskontinuität in der Altersklassenverteilung des Baumbestandes wird sich in weiterer Zukunft zum Ausdruck bringen und zu merklichen Veränderungen des Landschaftsbildes beitragen. Hinzu kommt, dass es sich um ökologisch äußerst wertvolle „Habitatbäume“ handelt.

Wie lassen sich also diese sehr wertvollen Uraltbäume möglichst lange erhalten?

Indem viele Diskurse über sie angeregt werden!

Es sind die „Dinge“ selbst, die sich dann in verfremdeter Übersetzung mit allen menschlichen Beteiligten ins Gespräch bringen können (vgl. Bruno Latour, das Parlament der Dinge, http://eipcp.net/transversal/0107/lash/de). Nach einer Explikation verändert sich aber auch das, was eben offenkundig geworden ist.

Wir erzeugen zurzeit mit technischem Gerät bunte Bilder der Aushöhlungen (sichtbare und unsichtbare). Zudem schätzen wir die Verkehrssicherheit der alten Eichen mittels Windlastanalysen ab.

Und die Fragen, die sich mit einem solchen Explikationsprozess stellen, sind alles andere als einfach zu beantworten: Wie groß ist das Bruchrisiko für die Parkbesucher, wie groß ist es für die Bäume und ihre tierischen Bewohner, wann ist es am höchsten, wer muss es verantworten, wie kann es gesenkt werden ohne dass die Bäume davon Schaden tragen, was kann erkannt werden und wo liegen die Grenzen des Erkennbaren, was kann dabei verloren gehen und was wird gewonnen.

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